Festival CLASHING CLASSICS - OPEN STAGE - Vielfalt als Berliner Dialekt?

Giovanna Conte / Brygida Helbig / Gabriela Ortiz / Federico Hewson /

TraNet Festival Clashing Classics. Multilingualism on Stage. Zweite Edition

Am 30.05.2026 laden wir Sie im Rahmen des Festivals „Clashing Classics: Multilingualism on Stage“ zu einer einzigartigen Open Stage-Aufführung ein, bei der verschiedene Gruppen und Künstler*innen ihre mehrsprachigen Beiträge präsentieren. Diese Veranstaltung beleuchtet die faszinierenden Facetten der Mehrsprachigkeit auf der Bühne und zeigt, wie die Bühne die Gesellschaft abbilden kann.

Programm

Dauer: ca. 1 Stunde


Monolog von Charlotte aus „Der Kirschgarten“ von M. Cechov, II Akt
mit Giovanna Conte

Sprachen: Deutsch, Italienisch
Charlotte reflektiert ihre Identitätszweifel und zeigt eine tiefe Unsicherheit über ihr Selbstverständnis. Sie ist sich weder ihrer Nationalität noch ihres Alters sicher, was ihre innere Zerrissenheit verstärkt. Diese Unklarheit führt dazu, dass sie nicht weiß, ob sie sich als Dienstmädchen oder Gouvernante bezeichnen kann. Ihre Worte spiegeln eine tiefe Verzweiflung und das Gefühl der Entfremdung wider. Letztlich verdeutlicht sie die existenziellen Fragen, die viele Charaktere im Stück beschäftigen.

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Auszug aus dem Roman „Im Namen der Mutter und der Tochter“ von Brygida und Justina Helbig gelesen von der Autorin Brygida Helbig
Sprachen: Deutsch, Polnisch

„Im Namen der Mutter und Tochter" ist eine emotionsgeladene Geschichte über die farbenfrohe Beziehung zwischen Mutter und Tochter, gesellschaftliche Erwartungen, Herausforderungen des Migrantinnen-Lebens und eine Vergangenheit, die aufgearbeitet werden will. Die Tochter kehrt nach ihrem Auslandsstudium nach Hause (Berlin) zurück und es geht ihr nicht gut. Mutter und Tochter stehen nun vor einer riesigen Herausforderung. Beide sind Individualistinnen, ein
wenig rebellisch. Sie fühlen Wut und Traurigkeit, haben aber auch Humor. Wird es ihnen gelingen, die biografischen Muster ganzer Frauengenerationen aufzubrechen? Werden die Fehler der Vergangenheit wieder gut gemacht werden können? Werden sie die Krise zum Ausgangspunkt von Wachstum und Durchbruch machen?

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„Olvidé”, Auszug aus der Traumtrilogie GOOC
von und mit Gabriela Ortiz
Sprachen: Deutsch, Spanisch, Englisch
„Olvidé“ ist ein performativer Monolog, der aus einer künstlerischen Recherche hervorgeht, die den Traumraum als Ort von Erinnerung, Sprache und Transformation untersucht. Er ist Teil der Traumtrilogie GOOC, die durch Schreib- und Interpretationsprozesse von Träumen im Dialog mit der Künstlerin Viviana Moraga entwickelt wurde. Er folgt einer Frau, die sich zwischen Erinnerung und Vergessen bewegt, während der Körper als Archiv von Verlust, Wunden und Überlebensspuren sichtbar wird. Die Wassermelone erscheint dabei als poetische Metapher für Offenlegung, Verletzlichkeit und Transformation Das Autobiografische entfaltet sich als kollektive Geste, getragen von multiplen Stimmen. Das Stück reflektiert die Unmöglichkeit Erfahrungen in einer einzigen Sprache zu fassen.
Wie im Traum—wo hybride, instabile und zutiefst eigene Sprachformen entstehen—versteht sich „ Olvidé “ als mehrsprachige szenische Praxis, in der Spanisch, Deutsch und Englisch mit körperlichen, nonverbalen und symbolischen Ausdrucksformen verwoben werden.

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„Servant of History or A Long Time Coming“
von und mit Federico Hewson
Sprachen: Englisch, Deutsch, Italienisch. Latein

In "Servant of History" wird ein komplexes Bild von Krieg, Frieden, Geschichte und Identität vermittelt. Zentral sind Themen wie Diskriminierung, kulturelle Identität und die Suche nach Verständnis und
Versöhnung. Der Dialog zwischen den Charakteren führt zu einer tiefen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und den aktuellen Konflikten. Die Erzählung schließt mit der Hoffnung auf Frieden,
der lange auf sich warten ließ.

„Servant of History“ entstand vor etwa zwei Jahren, als sich Federico gemeinsam mit einem Theaterfreund mit den Themen Krieg, Frieden und Männlichkeit auseinandersetzte. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob wir in diesen traurigen und absurden Zeiten, inmitten der Trümmer noch Hoffnung haben können.

www.multiculturalcity.eu
https://tra-net.eu

Das Theaterkollektiv multicultural city wurde im September 2012 in Berlin gegründet. Wir verbinden Theater mit dem gesellschaftlichen Auftrag, sich für soziale Randgruppen, Minderheiten und Benachteiligte einzusetzen. Dabei erforschen und entwickeln wir experimentelle Bühnenformen, die aus der Begegnung verschiedener Kulturen und Künste entstehen. Inzwischen sind zahlreiche Kooperationen in Berlin und in mehreren europäischen Ländern entstanden und unsere Theaterproduktionen wurden auf vielen internationalen Theaterfestivals gezeigt. In Berlin haben wir unter anderem mit dem Maxim Gorki Theater, mehreren Kulturinstituten, der Akademie der Künste, dem FEZ Berlin, dem Theater im Delphi und der Zitadelle Spandau zusammengearbeitet.

Festival Clashing Classics. Multilingualism on Stage, 2. Edition

Die zweite Edition des trilateralen, inklusiven Theaterfestivals „Clashing Classics. Multilingualism on Stage“ vereint die kreative Kraft mehrerer europäischer Partner, um ein einzigartiges Theatererlebnis zu schaffen, bei dem Mehrsprachigkeit, technische Innovation und Inklusion im Mittelpunkt stehen. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Avignon Université, dem Théâtre AU Chapeau Rouge in Avignon, der Associazione Culturale PACTA Arsenale dei Teatri und der IULM – Università di comunicazione e lingue, beide in Mailand, sowie lokalen Partnern aus Berlin durchgeführt.

Über die Künstler:innen

Giovanna Conte
Giovanna Conte, Schauspielerin und bildende Künstlerin,
entdeckte nach ihrer Ankunft in Berlin die Schönheit der
Multikulturalität, die sie sofort zu schätzen wusste. Sie
präsentierte Stücke auf Deutsch, Italienisch und bei dieser
Gelegenheit zweisprachig.

Brygida Helbig
zweisprachige Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin.
Geboren in Stettin, lebt in Berlin. Zu ihren Werken gehören u.a.
der Roman „Kleine Himmel“ (2019, poln. Niebko), „Ossis und
andere Leute“ (2015, poln. Enerdowce i inne ludzie), „Engel und
Schweine“ (2016, poln. Anioły i świnie w Berlinie). „Das andere
in mir“ (2016, poln. Inna od siebie). Seit 2018 veröffentlicht sie
Radiofeatures und seit 2023 den Podcast „Literandka“ im Sender
COSMO po polsku (RBB). 2025 erschien in polnischer Sprache ihr
Roman „Im Namen der Mutter und der Tochter“ (poln. W imię
matki i córki, Co-Autorin Justina Helbig).
Weitere Informationen: https://brygidahelbig.de/uber-...

Gabriela Ortiz
Gabriela Ortiz ist Theaterpädagogin, Schauspielerin und Mitgründerin der Initiative Atrapasueños in Berlin. Sie entwickelt partizipative künstlerische Formate mit Kindern, Jugendlichen und Frauen und verbindet dabei
biografisches und performatives Theater mit körperlicher Präsenz und sozialer Teilhabe. Ihre Arbeit bewegt sich zwischen interkulturellen und
dekolonialen Perspektiven und umfasst Projekte wie „Cuerpos de Agua & Rituales Ancestrales“, „Buinsa“ und die Traumtrilogie GOOC. In ihren
Arbeiten erforscht sie Erinnerung, Identität und Transformation als poetische und soziale Prozesse. Sie betrachtet den Körper als ein sensibles Archiv von Verletzlichkeit, Verlust und Wandel.

Federico Hewson
ist ein britisch-italienisch-amerikanischer Künstler. Er spielte unter
anderem in „Forgetful Snow“ von Melinda Ring im The Kitchen in New
York, mit seinem Solostück „Original Blessing“ beim New York Fringe
Festival und mit „Return of the Galli!“ in Chicago. Er absolvierte einen
Master in Kunstpädagogik an der NYU, war als Englischdozent an der
HTW Berlin tätig und arbeitete als „Teaching Artist“ bei Interact. Zudem
trat er als Schauspieler in Musikvideos, Werbespots sowie in den Filmen
„Flights of Reverie“ und „Vita Nova“ von Li Wallis auf.