Berlin Solo Impro

Volker Meitz / Dirk Berger / Simon Berz / Tony Elieh / Kit Downes / Evi Filippou / Marcela Lucatelli / Angelika Niescier / Maria Portugal / Maria Reich / Guilherme Rodrigues / Stefan Schultze / Aki Takase / Michael Thieke / Birgit Ulher / Maurizio Velasierra /

Festival für Solo-Improvisation

Eines der wenigen Festivals für Solo-Improvisation weltweit findet nun bereits im achten Jahr statt. Kurator und Organisator Volker Meitz ist es gelungen, für diese spezielle und intime Form der musikalischen Darbietung ein regelmäßig stattfindendes Forum zu etablieren – und welche deutsche Stadt wäre passender als Berlin, das als eines von Europas Zentren nicht nur für experimentelle Musikformen gilt.

Im Berliner Acker Stadt Palast sind an drei Tagen insgesamt 15 Künstler*innen zu erleben, die in ganz unterschiedlichen musikalischen Universen zu Hause sind. Obwohl Meitz allein schon mit lokaler Besetzung aus dem Vollen schöpfen könnte, lädt er auch nationale oder internationale Performer ein, wie dieses Jahr Vokalkünstlerin Marcela Lucatelli (DK), Pianist Stefan Schultze (CH), Trompeterin Birgit Ulher (Hamburg) und Saxofonistin Angelika Niescier (Köln). Weitere Musiker*innen wie Schlagzeugerin Maria Portugal (BR), Perkussionistin Evi Filippou (GR) oder Pianist Kit Downes (UK) leben erst seit kurzem in Berlin.

Zu Beginn eines jeden Abends steht ein einführendes Podiumsgespräch mit den fünf Musiker*innen, wonach diese nacheinander Solo-Performances von jeweils ca. 20 Minuten geben. Den kontrastreichen Abschluss jedes Abends bildet das gemeinsame Finale: Hier liefern alle fünf Beteiligten eine kollektive Improvisation ab, bei der sie entsprechend aufeinander reagieren müssen, während Sie im Solo-Kontext noch allein mit sich und dem Publikum waren. Somit lernen wir die Musiker*innen von unterschiedlichen Seiten kennen, was einen so künstlerisch wertvollen wie kurzweiligen Abend verspricht. Das Festival findet statt im Rahmen des Monats der Zeitgenössischen Musik.

Der stilistische Rahmen des Festivals ist weit gesteckt: von Echtzeitmusik, Jazz, Neuer Musik und Elektronik spannt sich der Überschneidungsbereich der eingeladenen Musiker*innen, die ihre Instrumente rein akustisch, durch Verstärker oder durch Ketten elektronischer Effekte spielen – bis hin zu einer computergesteuerten Hammermechanik für Klavier bei Stefan Schultze. Zwischen experimentellem Noise und melodiöser Harmonik ist hier alles möglich, integriert durch die Klammer der Solo-Improvisation als Kernkonzept des Festivals. Dabei besteht durchaus die eine oder andere Verbindung zu Popularmusik, wie zum Beispiel durch Dirk Berger, der als Gitarrist der Instrumental-Hiphop-Band Lychee Lassi fungiert sowie Alben von Marteria und Peter Fox produziert hat.

Dirk Berger Gitarre

Ausgebildeter Jazzgitarrist, der sein Arbeitsfeld beträchtlich sowohl in die Popularmusik als auch den experimentellen Hiphop ausgeweitet hat. Er arbeitete mit so illustren Künstlern wie Lychee Lassi, Seed, Joe Jackson, Amy Winehouse, P.Diddy, Marteria, Jochen Rückert und Cassandra Wilson.
Dirk Berger wird bei Berlin Solo Impro 2025 sein erstes improvisiertes Solokonzert geben.

SIMON BERZ – Schlagzeug, Elektronik (CH)


Die Arbeiten von Simon Berz in experimenteller und improvisierter Musik, in Klangkunst und neuen Aufführungsformen zielen auf Innovation, Interaktion und Partizipation hin. Simon Berz ist Schlagzeuger und Klangkünstler. Ausgehend von improvisierter Musik kreiert er in seinen Performances und Kompositionen Brücken zu bildender Kunst, Tanz, Film. Seine Arbeiten sind in Offspaces genauso zu Hause wie im öffentlichen Raum, in Clubs, Galerien oder Konzertsälen.

simonberz.ch

KIT DOWNES – Klavier (Berlin / UK)


Kit Downes ist ein mit dem BBC Jazz Award ausgezeichneter und für den Mercury Music Award nominierter Solokünstler. Mit seinen eigenen Bands ("ENEMY", "Troyka" und "Elt") sowie mit Künstlern wie Squarepusher, Bill Frisell, "Empirical", Andrew Cyrille, Sofia Jernberg, Benny Greb, Mica Levi und Sam Amidon ist er als Pianist, Kirchenorgel- und Harmoniumspieler durch die Welt getourt.

www.kitdownesmusic.com

TONY ELIEH – E-Bass, Elektronik (Berlin / Libanon)

Tony Elieh wurde 1978 in Beirut (Libanon) geboren und ist Autodidakt als Musiker, Komponist und Fotograf. Er ist einer der Pioniere der Rock- und Experimentalmusik im Libanon, Gründungsmitglied der ersten Post-Rock-Gruppe des Nachkriegslibanon. Gleichzeitig hat Elieh begonnen, seinen eigenen Sound zu entwickeln und seine Herangehensweise an den E-Bass zu erweitern, von Punk- und Pop-Rock zu Improvisation, Jazz und experimenteller Musik zu wechseln.

tony-elieh.jimdosite.com





EVI FILIPPOU – Perkussion (GR / DE)

Evi Filippou ist eine in Berlin lebende griechische Vibraphonistin, Perkussionistin, Performerin und Komponistin, die an der Schnittstelle von Komposition, Improvisation und globalen Volkstraditionen arbeitet. Ihr gefeiertes Projekt inEvitable wurde 2023 mit dem Deutschen Jazzpreis für das Debütalbum des Jahres ausgezeichnet. Sie arbeitet europaweit mit vielfältigen Künstler*innen zusammen, etwa im Duo Filippou & Lucaciu oder mit Uli Kempendorff, Julius Gawlik und dem Andromeda Mega Express Orchestra

https://evifilippou.com/de/

MARCELA LUCATELLI – Gesang, Electronics (BR / DK)

Marcela Lucatelli is hailed as one of the most innovative vocalists and composers of her generation. Born in Brazil and based in Denmark, Lucatelli has earned international recognition for her extremely original, sensuous and politically charged performance works. A critic once referred to her works as ‘scores for the limits of body and voice’. Another critic described her inimitable vocal performances as ‘inhuman human noise’.

https://www.marcelalucatelli.c...

ANGELIKA NESCIER – Altsaxofon (Essen)

Niescier ist eine der herausragenden Musikerinnen, die seit einiger Zeit die Konturen der europäischen Jazzszene neu definieren - eine Künstlerin auf Mission, mit grenzenloser Energie, einer reichen Palette an Farben und virtuoser Technik. Als Bandleaderin und Komponistin erhielt sie einige der renommiertesten Auszeichnungen wie den Deutscher Jazzpreis, WDR Jazzpreis, den Albert-Mangelsdorff-Preis, den Echo Jazz, zweifach den Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik und war die erste "Improviser in Residence" in Moers (Deutschland). Angelika Niescier hat einen ungebremsten Wunsch nach künstlerischer Fortentwicklung und Austausch, der ihre musikalische Reise reich an inspirierenden Begegnungen macht und zu Werken für und Kooperationen mit Tanz, Orchester und Chor, Film und Theater führt/e.

www.angelika-niescier.de

MARIÁ PORTUGAL – Schlagzeug, Gesang (BR / DE)


Mariá Portugal ist seit ihrem 16. Lebensjahr in der brasilianischen Musikszene aktiv und hat mit Künstlern wie Arrigo Barnabé, Elza Soares, Metá Metá, Maggie Nicols, Angelika Niescier, Fred Frith, Joe Mcphee, Nick Dunston und Tomeka Reid Aufnahmen gemacht, Konzerte gegeben und Tourneen in ganz Südamerika, Europa, Asien und Ozeanien veranstaltet.

Zu ihren wichtigsten Projekten gehört die brasilianische Instrumentalgruppe Quartabê, die derzeit ihr drittes Album vorstellt. Die Band ist bereits bei Festivals wie dem Festival Jazz & The City in Salzburg, Österreich (2017), dem Moers Festival in Moers, Deutschland (2018), dem Nijmegen Music Meeting in Nijmegen, Niederlande (2018), dem Frue Festival in Japan und dem Festival Internacional de Jazz de Buenos Aires, Argentinien (2019) aufgetreten.

www.mariaportugal.com

MARIA REICH – Violine 


Maria I.J. Reich ist eine vielseitige Geigerin, Bratschistin und Komponistin in den Bereichen Klassik, Jazz und improvisierter Musik. Sie arbeitet weltweit in internationalen und interdisziplinären Produktionen mit und gestaltet reiche Klangwelten, die mit Menschen überall in Verbindung treten. Reich schreibt und spielt Musik für bekannte Film- und Fernsehproduktionen. Als Universitätsdozentin gibt sie ihr Wissen weiter und pflegt den Dialog. Mit ihren Forschungspublikationen und Gedichtbänden wendet sich Reich an ein breites Publikum.

www.marytherichest.com

GUILHERME RODRIGUES – Cello

Guilherme Rodrigues ist ein Cellist, Improvisator, Klangforscher und Komponist aus Lisboa, Portugal.

Rogrigues hat eine intuitiven Herangehensweise an die Improvisation und Erforschung der Klangfarben, sein Spiel ist polyrhythmisch und kontrastreich und bedient sich sowohl klassischer als auch extensiver Techniken. Seine Musik, die sowohl akustische als auch elektroakustische Werke umfasst, wird als zart, intensiv, konzentriert und körperlich beschrieben.

Neben seiner Arbeit in Musikensembles, die von zeitgenössischer Klassik bis zu freier Improvisation reichen, arbeitet er häufig mit Tänzern zusammen. Er hat auch Musik für Theater, Radio, Fernsehen und Stummfilm geschaffen.

www.guilhermerodrigues.net

STEFAN SCHULTZE – Klavier, MIDI-Elektronik (DE / CH)

Stefan Schultze (geb. 1979, Deutschland) ist Komponist, Pianist und Improvisator. Angetrieben von unermüdlicher Neugier und dem Bestreben, die Bedeutung des Schaffens und der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik zu erforschen und neu zu definieren, entwickelt er in seinen Werken neue Ansätze für den Einsatz des Klaviers als kompositorisches und performatives Instrument. Dazu gehören die Weiterentwicklung des Vokabulars der Präparationen und die Integration neuer Technologien.

https://stefanschultze.com

AKI TAKASE – Klavier (JP / DE)

Aki Takase wurde in Osaka geboren und studierte Musik in Tokio / Japan. Ab 1978 gab sie Konzerte und machte Aufnahmen in den USA und in Japan mit Lester Bowie, Joe Henderson, Miroslav Vitous, John Zorn und anderen. 1981 gab sie ihr erstes europäisches Konzert beim Jazzfest Berlin. Ab 1989 spielte und leitete sie gemeinsam mit Alex von Schlippenbach das Berlin Contemporary Jazz Orchestra, gab weiterhin weltweit Konzerte und beteiligte sich an Aufnahmen mit Maria Joao, David Murray, N.H.Ø.Pedersen, Rudi Mahall, Louis Sclavis, Nils Wogram, Han Bennink, Daniel Erdmann und mehr. Sie wurde 1999 mit dem Kritikerpreis der Berliner Zeitung und 2002 mit dem SWR-Jazzpreis ausgezeichnet. ”Aki Takase plays Fats Waller” wurde ihr 2004 der Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik verliehen. 2018 wurde ihr der Jazzpreis Berlin zuerkannt und 2021 wurde Deutscher Jazz Preis (Piano und Tasteninstrumente)ausgezeichnet. Aki Takase erhielt den Albert-Mangelsdorff Preis 2021.

http://akitakase.de

MICHAEL THIEKE – Klarinette

Der in Berlin lebende Klarinettist/Komponist/Performer Michael Thieke ist in einem breiten Spektrum musikalischer Umgebungen zu Hause, wie z.B. in experimentellen Songformen, kollektiv komponierenden Projekten, improvisierenden Kollektiven und Musik am Rande des Jazz. Er erforscht die Feinheiten von Klang, Klangfarbe und Geräusch, wobei sein besonderes Interesse der Mikrotonalität und verwandten Klangphänomenen gilt. Die Qualitäten der Langsamkeit sind ein weiteres Feld seiner Forschung. Er hat eine Vorliebe für langfristige Kooperationen und kollektive Arbeit.

thieke.klingt.org


BIRGIT ULHER – Trompete, Klanginstallation (Hamburg)

Birgit Ulher lebt seit 1982 als freischaffende Musikerin, Klangkünstlerin und Komponistin in Hamburg. Geboren 1961 in Nürnberg, studierte sie Malerei und Freie Kunst, die noch immer einen grossen Einfluss auf ihre Musik hat. Sie hat eine Reihe von erweiterten Spieltechniken für Trompete erarbeitet, mit denen sie eine individuelle, am Klang orientierte musikalische Sprache entwickelt hat. Sie arbeitet mit Trompete, Radio, Metallfolien, Alltagsgegenständen und produziert damit elektronisch klingende Sounds mit rein akustischen Mitteln. Sie interessiert sich besonders für mikrotonale Aspekte, Aufspaltung und Räumlichkeit von Klängen. Abgesehen von dieser Materialforschung gilt ihr besonderes Interesse dem Verhältnis von Stille und Klang.

Seit 2006 arbeitet sie mit Lautsprechern, gespeist mit Radioklängen, die sie als Trompetendämpfer verwendet. Die Trompete wird hier zu Sender und Empfänger zugleich.


birgit-ulher.de

MAURICIO VELASSIERRA – Hybride Flöten

Velasierra hat eine tiefe Beziehung zu klappenlosen Flöten. Er erfindet und erforscht Techniken, die es ihm ermöglichen, mit den von ihm neu gestalteten Instrumenten zwischen zeitgenössischer Harmonie, moderner Jazz-Geschicklichkeit und einer tiefen emotionalen Verbindung zur traditionellen Musik zu navigieren. Im einen Moment brutal wild und atonal, im nächsten reinste Melodien. Er erfindet seine musikalische Sprache ständig neu, indem er sowohl akustische als auch elektronische Effekte erzeugt, die zu den Keimzellen eines musikalischen Gedichts werden, und in seiner Musik hat man das Gefühl, sich am Rande einer unerschöpflichen Quelle musikalischer Formen zu befinden. Sein experimenteller Ansatz bringt ein Vokabular von Klängen hervor, die roh und animalisch, aber auch rein und melodisch sind. Seine Flöten schreien durch das Mohzeño oder verwandeln das Kena mit Gitarrenverzerrung und Basspedalen und spielen viele Charaktere, die schizophren zwischen dem Heiligen und dem Lärmen wechseln.


www.velasierra.com